30.03.2020

Keine Pause für die Ehrenamtler auf Rügen in der Corona-Krise

Tilzow. Trotz Corona-Krise trainieren die Kameraden des Technischen Hilfswerks in Tilzow weiter, um im Ernstfall einsatzbereit zu sein. Bisher blieb es zum Glück nur beim Bereitstellen von Feldbetten und Zelten.

Während die meisten Menschen zu Hause bleiben und ihre sozialen Kontakte einschränken, auch kein Fitnessstudio oder keine Chorprobe mehr besuchen dürfen, widmen sich die Männer und Frauen in Tilzow weiter ihrem Ehrenamt. "Das Technische Hilfswerk gehört zu den Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben", begründet Heiko Blath die weiterhin stattfindenden Treffen, bei denen der Ortsbeauftragte selbstverständlich darauf achtet, dass alle gebotenen Schutzmaßnahmen und Abstandsregeln eingehalten werden.

"Der Jugenddienst fällt dabei derzeit natürlich aus", so Blath. Zu groß wäre die Gruppe der Kinder und Eltern, die sich dann auf dem Gelände in Tilzow treffen würde. Auch die Grundausbildungsprüfung für die Neuzugänge unter den Ehrenamtler müssen verschoben werden. Die Dienste werden so weit wie möglich reduziert. Und auch mit den geringsten Anzeichen eines Infektes werden die Kameraden dazu angehalten, zu Hause zu bleiben.

Zelte und Feldbetten für Corona-Einsatz

Bisher hat die Corona-Epidemie für die Rügener Vertreter des THW in ihrem Ehrenamt auch noch keine Einsätze gefordert. "Andernorts werden jedoch die Grenzkontrollen unterstützt, indem das THW Zelte und mobile Büros zur Verfügung stellt und die Versorgung gewährleistet, oder wie in Berlin, Transporte für Lebensmittelspenden von den Supermärkten zur Tafel übernommen werden", schildert der 35-Jährige.

Vor zwei Wochen hat das THW auch für die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Bergen Feldbetten zur Verfügung gestellt, da sich die Männer in ihrem Gerätehaus selbst in die Isolation begeben haben, um einsatzbereit zu bleiben.

Indes wurden die Stralsunder Kollegen vom Landkreis damit beauftragt, im Helios-Klinikum "Am Sund" mit einem Zeltaufbau eine Durchgangsstation zu errichten. Die bisher durchgeführten Maßnahmen dienten hier jedoch stets nur der Vorbereitung auf einen Anstieg der Erkrankungen. Die noch übersichtliche Situation im Landkreis Vorpommern-Rügen lässt die Ehrenamtlichen bisher entspannt auf die nächste Zeit schauen.

"Wir haben ja noch keine extrem hohen Zahlen", sagt Thomas Mülling. "Wenn es in solchen Situationen dann zum Einsatz kommt, sind wir außerdem im Weißbereich tätig und nicht im kontaminierten Bereich. Wir werden also nicht mit eventuell Infizierten arbeiten, sondern sind gefragt, wenn es um die Logistik geht, übernehmen Transportaufgaben für Material, stellen Zelte und Beleuchtung, bevor die Patienten kommen", erklärt der Ortsbeauftragte der Stralsunder Regionalstelle.

Für alle Katastrophenfälle gewappnet

Derzeit ist nicht absehbar, wie das Virus sich in unserer Region noch ausbreiten wird und welche Maßnahmen notfalls ergriffen werden müssen. Umso präsenter ist das Thema auch beim THW. "Bei einem Hochwasser wissen wir, was passiert und welche Aufgaben auf uns zukommen, welche geräte zum Einsatz kommen. Bei solch einer Pandemie ist das ungewiss", meint Heiko Blath. Er versichert aber, dass die Gruppe jederzeit einsatzbereit wäre, wenn auch hier beispielsweise Schleusen errichtet werden müssten.

In vielen Extremsituationen ist die Arbeit des Technischen Hilfswerkes für das Land unverzichtbar. Im letzten Jahr war es der Waldbrand bei Lübtheen, der alle verfügbaren Einsatzkräfte abforderte. "Hier wurden dann durch das THW Schneisen geschlagen, die das Feuer aufhalten sollten", erklärt Heiko Blath.

Kurioser Einsatz auf einer Hanfplantage

Etwas kurioser war da der Einsatz auf einer Hanfplantage, die bei Stralsund entdeckt wurde. Hier bat die Polizei das THW um Hilfe. Die Kameraden schredderten die Pflanzen und sorgten für den Abtransport. Bestens vorbereitet sind die Kameraden mit ihrer Pumptechnik auf Notfälle, wie ihn die IFA-Ferienanlage im letzten Jahr vermelden musste. Kellerräume mussten hier vom Wasser befreit werden, dass aus dem Schwimmbad durchsickerte.

Dem Land Mecklenburg-Vorpommern stehen 19 Ortsverbände, die den Regionalstellen Schwerin und Stralsund untergliedert sind, in Katastrophenfällen zur Verfügung. Der Ortsverband Rügen sieht sich mit 25 Mitstreiter derzeit gut aufgestellt. Vier neue Anwärter wollen demnächst ihre Prüfung ablegen. Und mit der Jugendabteilung ist das Rügener THW auch für die kommenden Jahre gewappnet.

 

Quelle:

www.ostsee-zeitung.de/Vorpommern/Ruegen/Keine-Pause-fuer-die-Ehrenamtler-auf-Ruegen-in-der-Corona-Krise


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